Beiträge zum Aufbau der Umweltbewegung in Deutschland

Gründung des BUND

Mitte der siebziger Jahre gab es keine bundesweit agierende Naturschutzorganisation. Diese zu initiieren und zu etablieren und neben dem klassischen Naturschutz den umfassenden Umweltschutz einzubeziehen, waren wesentliche Ziele der Gründung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).

Am 20. 7. 1975 wurde der BUND in Marktheidenfeld gegründet. Neben Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek, Dr. Gerhard Thielcke, Hubert Weinzierl, Prof. Dr. Hubert Weiger, Hermut Ruland wurde auch Rudolf Schreiber Mitglied des Gründungsvorstands und war für die Pressearbeit und die Kommunikationsstrategie zuständig.

Nun bewährte sich, dass Schreiber das Handwerk der Wirtschaftswerbung gelernt hatte und von ihm entwickelte geeignete Methoden auf die Umweltkommunikation übertragen und seine Beziehungen zur Wirtschaft einbringen konnte. Zur Grundlage der zukünftigen Kommunikation bestimmte er Zielgruppen und Themenschwerpunkte und generierte die ersten bundesweiten Naturschutzkampagnen in Deutschland.

Als Rückgrat dieser Aktionen schuf er ein innovatives Konzept für aufklärende Bildbände mit Schwerpunktthemen und wurde deren Herausgeber. Im Frühjahr 1976 startete eine der größten und erfolgreichsten Naturschutzkampagnen in Deutschland – die Aktion „Rettet die Vögel“.

Eine Folge der Aktion und des Buches waren spürbare Mitgliedereintritte und die deutliche Verbesserung der Finanzen für ein kontinuierliches Wachstum des BUND. Fest steht, dass die Leistungen von Schreiber für die Kampagnen und die Etablierung und Prosperierung des BUND eine hohe Bedeutung hatten. Die durch die Kampagne eingenommenen Gelder flossen zum Teil in Grundstückskäufe zu Gunsten der Erhaltung der Vogelwelt, u.a. den Kauf des Ehinger Rieds sowie den Kauf des Teichguts Wallnau und die Einstellung hauptberuflicher Naturschutzwarte in Naturschutzgebieten.